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Immer das Gesicht wahren

Sandra Schleißheimer in ihrem Büro.

14. September 2012

Bad Staffelstein - Für die Jugend-Sozialarbeiterin Sandra Schleißheimer beginnt in wenigen Tagen das neue Schuljahr - ebenso wie für all die anderen Lehrer und Schüler an der Adam-Riese-Schule. Doch Schleißheimer weiß noch nicht, mit wem sie es zu tun haben wird. Sie führt keine Klasse, sie unterrichtet kein Fach. „Ich mag meine Arbeit“, sagt sie. „Ich bin dort, wo die Kinder sind. Niemand muss erst woanders hin.“

Mit wem hat sie dann zu tun? „Jedes Kind geht in die Schule und jedes Kind wird im Laufe seiner Entwicklung, wenn es Probleme zum Beispiel im psychischen oder häuslichen Bereich hat, auch auffällig. Dafür bin ich da.“ Schleißheimer hilft, wenn es Probleme gibt. Und die gibt es in jeder Schule und überall dort, wo Menschen zusammen sind. „Ich genieße die Beziehungsarbeit, wenn ich damit Menschen voranbringen kann.“ Dabei hilft ihr ihre Schweigepflicht und Lösungsorientierung.

Ganz besonders möchte Schleißheimer sich im kommenden Schuljahr dem Thema Mobbing widmen. Weil es im Allgemeinen ein immer wichtigeres Thema wird und weil sie auch an der Adam-Riese-Schule damit konfrontiert ist, möchte sie die Schüler weiter aufmerksam machen. Sie erzählt ein Beispiel aus dem vergangenen Schuljahr: „Der Fall hat sich ein dreiviertel Jahr hingezogen. Am Ende war das Stimmungsbarometer des Opfers ziemlich weit oben.“ In den Gesprächen fragt sie immer wieder, wie sich die Jugendlichen fühlen. In diesem Fall ist das Wohlsein im Laufe des Jahres von zwei auf neun gestiegen. Immer wieder kamen einzelne Schüler zu ihr ins Zimmer. Dort steht ein rotes Sofa und eine Palme, möglichst wenig soll nach Schule aussehen.

„Ich habe mit Mädchengruppen gesprochen und versucht, dass sie soziale Verantwortung übernehmen.“ Wer nicht nur über Schuld spricht, sondern über Lösungen, kommt voran. Das meint Schleißheimer mit „Lösungsorientierung“. Dazu verteilt sie kleine Aufgaben, die sie mit den Schülern und deren Ideen gemeinsam entwickelt. Gibt es ein Mädchen, das ganz bewusst sich in der Pause mit dem Opfer unterhält? Wer setzt sich in der Klasse neben sie? Wer steht auf, wenn es wieder eine Attacke gibt?

Außerdem kann sie bei Mobbing auf Erfahrungen setzen: „Fast alle kennen doch die Situation, schon einmal verletzt worden zu sein. Ähnliches hat jeder schon einmal erlebt – manchmal geht das bis in die Kindergartenzeit zurück.“

Gespräche führen. Immer wieder. Das hört sich langwierig an – und so ist es auch.

„Es gibt Tage, da bin ich auch froh, hier rauszukommen.“ Wenn sich die Situation bessert, die Schüler sich untereinander aufmerksam begegnen, dann hat sich für die Jugendsozialarbeiterin der Aufwand gelohnt. Trotzdem ist der Fall nicht abgeschlossen. Die Gefahr, dass aus dem Haupttäter möglicherweise ein neues Opfer wird, ist da. „Jeder soll sein Gesicht wahren können, das ist das Zentrale“, sagt sie.

Viele Stunden Arbeit sind das für Sandra Schleißheimer. Sie hat momentan eine halbe Stelle. Und sie unterliegt klaren Regeln: „Ich darf nicht präventiv arbeiten.“ Das klingt erst mal nach einem Nachteil, doch sie fügt hinzu: „Aber ich darf dafür jemanden organisieren.“ Zum Beispiel einen Referenten der Kripo für eine Lehrerfortbildung zum Thema Drogen. So hofft sie, dass auch in der Zusammenarbeit mit den Lehrern Strömungen in einer Klasse schneller erkannt werden.

Oft, auch das ist ihre Erfahrung, haben sich die Probleme über die Zeit entwickelt und eingeschliffen. Manchmal ist das auch mit Schulverweigerung verknüpft. Je früher so etwas entdeckt wird, desto besser kann sie helfen. Gerade bei Jungs wünscht sich Schleißheimer, dass es mehr Männer in den sozialen Berufen gäbe. „Manchmal brauchen die einfach einen Mann, mit dem sie reden können.“ Dann organisiert sie Termine mit Lehrern der Schule, die ihr dabei helfen. Noch etwas kommt ihr dabei zu Gute: „Ich muss die Kinder niemals bewerten und habe keine erzieherische Rolle. Ich muss nicht maßregeln. Das ist total schön.“

Für das neue Schuljahr verrät sie noch eines ihrer Erfolgsrezepte: „Jeder Mensch, insbesondere Jugendliche, wollen doch Wertschätzung. Das ist meine Haltung: ich bin wertschätzend.“ So wird sie auch im kommenden Schuljahr denen, die bei klopfen, Mut machen. „In der Schule geht es immer um Leistung. Ich kann unabhängig davon Wert zusprechen und in scheinbar ausweglosen Situationen mit ihnen Wege finden.“

Tim Birkner

 


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